Wasserkunst im Schlossgarten

Erstellt: Donnerstag, 20. Juni 2019
Geschrieben von Super User

Die kunstvollen Wasserspiele im Schwetzinger Schlossgarten waren das Ziel einer Exkursion des Neulußheimer Heimatvereins. Eine interessierte Gruppe mit Dr. Ralf Wagner, Vorstandsmitglied im Heimatverein, hörte und sah, was es an raffinierter Technik für die kunstvollen Wasserspiele des Schlossgartens braucht „Wasser verschönt den Garten sehr, besonders wenn es fließt und wenn es aus Fontänen hervorsprudelt und springt“ rühmt schon der Intendant der königlichen Gärten in Paris. Das ist im Schwetzinger Schlossgarten genau so. Dr. Wagner führte seine Gefolgschaft zunächst ins Obere Wasserwerk in der Zeyherstraße, wo man hören konnte, dass der historische Wasserturm mit Pumpenwerk 1771 von Oberbaudirektor Nicolas de Pigage errichtet wurde. Bis heute ist das Wasserwerk mit seinen technischen Einrichtungen erhalten geblieben und versorgt noch heute die im Parterre liegenden Wasserspiele. Interessant war, dass sich in diesem Oberen Wasserwerk der kurfürstliche Eiskeller, der „Gefrierschrank“ des 18. Jahrhunderts, befand.

 

Verschiedene Brunnen und Wasserspiele wie das Vogelbad, das Hirschbassin, die wasserspeienden Vögel und das „Ende der Welt“ wurden besucht. Weiter ging es zum Unteren Wasserwerk mit Aquädukt knapp außerhalb des Gartens. Ausführlich erklärte der Fachmann Dr. Wagner die gesamte Anlage und die Funktionsweise der einzelnen Brunnen und Wasserspiele. Zum Schluss besichtigte die Gruppe die sogenannte „Knochenpoche“, eine historische Knochenmühle, deren Endprodukt, das Knochenmehl, für die Düngung der umfangreichen Nutzgärten und zur Herstellung von Knochenleim verwendet wurde.

Bei kühlen Getränken konnte im Anschluss diskutiert werden, welcher Metzger seine Schlachtreste für die Knochenpoche wohl geliefert hatte.

Gisela Jahn

Heimatverein beim „Türkenlouis“ in Rastatt

Erstellt: Montag, 17. September 2018
Geschrieben von Gisela Jahn

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Neulußheimer Heimatvereins, Brigitte Koch-Brömmer, zum Jahresausflug nach Rastatt (erfreulich, dass zum ersten Mal ein Doppeldeckerbus notwendig war) hatten Mitglieder und Freunde des Vereins knifflige Fragen zu den dortigen Schlössern zu beantworten: war das Gebäude dort nun ein Barock-, ein Renaissance- oder ein Rokoko-Schloss?. Wurde der  Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden Erbprinz, Landesherr oder Türkenlouis genannt?  Wie hieß seine Gattin? Wollte man beim gemütlichen Beisammensein am Abend einen wertvollen Preis ergattern, hatte man der Begrüßungsrede der Vorsitzenden aufmerksam folgen müssen. 

Herrliches Ausflugswetter, gute Stimmung und eine rege Konversation begleiteten die gut eine Stunde dauernde Fahrt.

Nach einer Stärkung im Schlosscafé des Schlösschens Favorite in Rastatt mit seinen weiten Anlagen und besonderen Baumpflanzungen, machte sich die Gruppe des Heimatvereins nach ausgedehntem Spaziergang auf den Weg zum Residenzschloss in Rastatt, erbaut durch Ludwig Wilhelm von Baden, Türkenlouis genannt, im Stile von Versailles. Hier erwartete die  Mitreisenden eine Führung unter dem Titel „Klatsch und Tratsch“ mit einer „Madame“ in historischer Kleidung.

Verschwörerische Gesten, verschmitzte Minen, mit Perlen in der Hochfrisur und feinster höfischer Kleidung, als sie über die intimsten Situationen ihres höchstdekorierten Dienstherrn und seine Verwandtschaftsprobleme berichtete, amüsierte die Zuhörer und Zuschauer aufs Köstlichste. Madame Freifrau Alexandra von Brettheim hielt sich standesgemäß eine „Zofe“ aus dem Besucherkreis, die Handreichungen – mit Hofknicks - machen durfte!

Ihre Stellung am fürstlichen Hofe attestierte Madame von Brettheim über Pikantes und Alltägliches zu reden, auch über den „Kackstuhl“, der im Kabüffchen neben dem mindestens 80 cm hohen Doppelbett stand. Es ließ sich gut ausmachen, wie die hygienischen Zustände in der Zeit des Barock waren. Baden oder duschen waren Fehlanzeige. Parfüm und ähnliche Riechstoffe überlagerten den unvermeidbaren Körpergeruch. Flöhe und Läuse fühlten sich offenbar unter Hochfrisuren, Perücken und weiten Röcken wohl. Für diese Zwecke leistete sich „Frau“ einen Liliputaner unter dem Reifrock, der die Plagegeister dort in Schach hielt. Auch Schoßhündchen, so Madame von Brettheim, erfüllten oft diese Aufgabe. Ungeniert und doch mit vorgehaltener Hand, pardon Fächer, plauderte Madame aus dem Nähkästchen, was ihren Dienstherrn, den Türkenlouis, im Grab sicher zum Umdrehen brachte.

Der Bus brachte die Ausflügler anschließend in das historische Lokal „Zum Hopfenschlingel“. Nachdem man sich mit Schmack-haftem gestärkt und den Flüssigkeitshaushalt geregelt hatte, wurden die Gewinner des Rätsels ermittelt. 1. Gewinnerin war Monika Ballreich, den 2 Preis erhielt Annemarie Brand und den 3. Preis dufte Margot Langlotz in Empfang nehmen – allesamt Gutscheine von Neulußheimer Geschäften.

Den Neilossema Dialekt zu pflegen und den Neu-Neulußheimern  zu vermitteln gehört zu den Aufgaben des Heimatvereins. Es wurden Blätter mit „Neilossema Ausdrick“ verteilt, die es zu übersetzen galt. Was die Tischgemeinschaften zusammen schweißte und anregende Diskussionen entfachte. Sogar Alt-Einheimische rätselten über Wörter wie „Ziwwale“ (kleiner Holzzuber) oder  „Gschmaaßmugg“ (Schmeißfliege) oder „Zommenummeno“ (in einem zusammen fort). Dagegen ist „Weffz“ (Wespe) oder „Bischlä“ (bügeln) ein Klacks.

Wie beim Heimatverein üblich, ging keiner der Reiseteilnehmer mit leeren Händen nach Hause. Jeder erhielt aus dem großen Karton ein süßes Präsent. Man ist gespannt, was der nächste Jahresausflug an Überraschungen parat hat. Alla, bis negschd Joahr.

Gisela Jahn

Die Theateraufführung fiel im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser

Erstellt: Samstag, 28. Juli 2018
Geschrieben von Gisela Jahn

Theateraufführung

Wie jedes Jahr kurz vor Beginn der Ferienspaßzeit in Neulußheim fuhr der Heimatverein mit 25 Kindern zur Freilichtbühne in Mannheim-Gartenstadt.

Die Ränge des Freilichttheaters waren bereits gut besetzt, als die vier Betreuer vom Heimatverein ihre Schützlinge auf die für sie reservierten Plätze brachten. Vor ihnen lag die Spaß verheißende, hübsch dekorierte Bühne, auf welcher Trenk Tausendschlag aus einem armen Dorf, das unter der schlimmen Herrschaft des Ritters „Wertolt der Wüterich“ leidet, erschien. Die Dorfgemeinschaft war arm, fand sich aber wohl oder übel mit der fürchterlichen Herrschaft des Ritters ab. Nur der kleine Trenk nicht, der wollte das ändern.

„Stadtluft macht frei“

Er machte sich mit seinem Ferkelchen auf und davon in die Stadt, denn „Stadtluft macht frei“, dachte er sich. Dabei musste der junge Bursche durch einen dunklen Wald, in dem er den Gaukler Momme Mumm traf. Und er begegnete dem ängstlichen Ritterssohn Zink von Durgelstein, dessen Vater Ritter Dietz von Durgelstein aus ihm einen furchtlosen Ritter voller Tatendrang machen wollte.
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Und dann machte es von oben her plötzlich „Wumm“ – der Himmel verdunkelte sich, es donnerte und blitzte und die Wolken machten ihre Schleusen auf. Nach 20 Minuten Theatergeschehen war das Ganze auch schon zu Ende. Das heftige Gewitter räumte die Ränge und die vom Heimatverein mitgebrachten Regencapes halfen auch nicht mehr.

Binnen weniger Minuten waren alle Kinder in feste, überdachte Räumlichkeiten evakuiert. Die Neulußheimer durften sogar in den Regieraum über der Freilichtbühne. Strömender Regen, Blitze und Donner – das war jetzt ein echtes Abenteuer für die Kinder! Sie betrachteten, eng gedrängt, aber gespannt, die Technik dort. Angst? Hatte keines der Kinder. Sie waren mit den von den Betreuern mitgebrachten Waffeln und Getränken beschäftigt. Nachdem der Starkregen nicht enden wollte, traf die Regie die Entscheidung, dass die Vorstellung abgebrochen werden musste.

Tief enttäuscht und mit hängenden Köpfchen traten die Kleinen die Heimreise mit dem Bus an. Aber schon bald war dieser „Schicksalsschlag“ überwunden, sie spielten und sangen vergnügt bis nach Neulußheim.

Es gab dann noch einen schönen Trost: Die Kinder können mit der Eintrittskarte nochmals kostenlos in eine der kommenden Vorstellungen. Die Karte behält sogar noch bis zum nächsten Jahr ihre Gültigkeit.

gj

Jahresausflug nach Bretten

Erstellt: Sonntag, 06. August 2017
Geschrieben von Gisela Jahn

Der Halbtags-Jahresausflug in diesem Jahr findet am Samstag, dem 9. September 2017, statt und führt Freunde und Mitglieder des Heimatvereins in die Melanchthonstadt Bretten.

Nach der Ankunft in Bretten beginnt der Nachmittag mit einer  Führung durch das  Melanchthonhaus und danach geht’s zum  gemütlichen Kaffeetrinken. Bis zur Stadtführung um 16.30 Uhr besteht für Interessierte die Möglichkeit, das im Zentrum befindliche Schutzengel-Museum zu besuchen.

Beim gemeinsamen Abendessen im Brauhaus Löwenhof in Bretten gilt es, Neilossemer Mundartwörter zu übersetzen.  Außerdem werden die Gewinner des Preisrätsels ermittelt.  

Anmeldungen bitte schnellstmöglich bei Gisela Jahn, Tel. 06205/33187, oder Jutta Ballreich, Tel. 06205/33304.

Abfahrt mit dem Bus ist um 12.30 Uhr vor dem Rathaus in Neulußheim.

gj

Heimatkunde vor Ort

Erstellt: Sonntag, 06. August 2017
Geschrieben von Gisela Jahn

Wie haben die Menschen früher in unserem Ort gelebt? Wie war das in Neulußheim?

Hanspeter Rausch, Vorstandsmitglied des Neulußheimer Heimat-vereins und Gemeinderat, nahm etwa 60 Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse der Lußhardtschule mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen „unserer Gemeinde“. Er begrüßte die begleitenden Klassenlehrer Tanja Löschmann, Steffen Schneider und Bettina Strempel und freute sich über das Interesse der Schüler an der Ortsgeschichte.

Vom Schulhof der alten Schule in der St. Leoner Straße aus begab sich die stattliche Gruppe in Richtung Kreuzung, an der das ehemalige Wirtshaus „Zum Bären“ stand. Hier führte Rausch die Schüler in die Vergangenheit zurück: „Versetzt euch gedanklich in die Zeit vor 300 Jahren zurück und stellt euch vor, dass genau an dieser Stelle hier alles mal Wald und Ödland war. Es gab lediglich zwei überregional bedeutende Fernwege, die sich an dieser Stelle kreuzten“ begann der Unterricht vor Ort. Die Kinder konnten erfahren, dass durch Kriege, vor allem den bis 1698 andauernden Pfälzischen Erbfolgekrieg, viele Orte zerstört wurden und wenige Menschen in dieser Gegend wohnten, was zur Folge hatte, dass die regierenden Fürsten keine Steuereinnahmen hatten. Und da hatte der württembergische Stabspfleger Julius Schickard die Idee, das Land wieder zu bewirtschaften und neue Siedler anzulocken und erbaute an den sich kreuzenden Straßen einen Meierhof. Rausch zeigte den sehr interessierten Schülern die Stelle, auf der das erste Haus von Schickard stand. Dieser ließ nebenan 1715 eine Gaststätte bauen, das ehemalige Gasthaus „Zum Bären“, in der die auf den Fernstraßen Reisenden „Speis und Trank“ und eine Übernachtungsmöglichkeit fanden.

Der Ortsgründer Schickard hatte 1719 mit dem Bau einer Ziegelhütte Einwohnern und Arbeitern ein Einkommen ermöglicht. „Ja hier auf dem Grundstück vom Obsthof Hoffmann stand sie“ bestaunten die Kinder das heute grüngestrichene Haus. „Und wo gingen die Kinder zur Schule?“ kam die nächste Frage. Den ersten Unterricht gab es 1715 bei Wolfgang Cornelius Scholl im Obergeschoss über dem  Gasthaus „Zur Krone“ in der Hockenheimer Straße. Das Haus wurde ab 1907 als Bäckerei umgebaut. Lehrer Scholl war gleichzeitig Barbier, Chirurg und zog auch kranke Zähne. Die Kinder staunten nicht schlecht, dass die Schule damals nicht der Mittelpunkt im Leben der Kinder und Jugendlichen war. Unterricht fand nur im Winter statt. Und die Eltern mussten Heizmaterial mitgeben, damit die Schüler nicht froren. Im Sommer brauchten die Eltern die Hilfe ihrer Kinder im heimatlichen Bauernhof und auf den Feldern. Da gab’s keinen Unterricht.

Weiter ging die Exkursion zur evangelischen Kirche. Bei der Kirchengeschichte hat die jungen Neulußheimer besonders beeindruckt, dass um die Kirche herum der Friedhof angelegt war und die Gebeine der Verstorbenen wegen des Baus der neuen Kirche 1909 und des Rathausneubaus 1914 auf den neuen Friedhof in Richtung Reilingen verlegt wurden. „Kann es sein, dass sich heute noch Knochen hier befinden?“ meldete sich ein hochgestreckter Finger. Was Rausch verneinen konnte.

Der Abschluss der neuen Art von Unterrichtsstunde fand im Rathaus und dem Bürgerbüro statt. Die ortskundlich gut vorbereiteten Schüler konnten sehen, wo der Bürgermeister und die Rathausmitarbeiter arbeiten. Sie hörten auch, dass im Keller früher das Orts-Gefängnis war: „Ist das Gefängnis noch in Betrieb?“ kam es hoffnungsvoll aus der Gruppe. Das wäre  der Knaller gewesen! Rausch konnte eine Besichtigung, weil es das Gefängnis natürlich schon lange nicht mehr gibt, leider nicht ermöglichen. Aber viele Fragen konnte er doch noch beantworten. Die informative Rundreise durch den Heimatort beschloss Brigitte Koch-Brömmer, die Vorsitzende des Neulußheimer Heimatvereins: Sie hatte für den langen Weg zurück in die Schule eine Stärkung für die Schüler mitgebracht.

Gisela Jahn

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