Neulußheimer Ferienspaß 2014

Erstellt: Montag, 11. August 2014
Geschrieben von Gisela Jahn

Endlich! wenn der Neulußheimer Heimatverein zur ersten Ferienspaß-Veranstaltung des Jahres die Kinder in den Bus nach Mannheim-Gartenstadt zur Freilichtbühne packt, sind die ersehnten Ferien in Sicht!

Die Ränge waren dicht besetzt, als 49 Schauspieler den Kindern das bekannte „Tischlein-Deck-Dich“ in einer neuen, tollen Inszenierung vorstellten. Dass ein Schneider   seine drei Söhne Hans, Fritz und Max wegen einer hinterhältigen Ziege aus dem Haus jagte, das wussten die Kinder schon. Auch, dass sie Tischler, Müller und Hutmacher lernten und ein jeder nach seiner Lehrzeit ein Geschenk erhielt, war klar. Aber wie die Geschenke, ein „Tischlein deck dich“, ein „Goldesel“ und ein „Knüppel aus dem Sack“ jeweils bei Bedarf wie aus einem Nebel auftauchten, darüber waren die jungen – und älteren – Zuschauer begeistert. Das Tischlein bzw. der aus dem Nebel auftauchende Koch servierte Feinstes vom Feinen. Der Goldesel hatte ständig hörbare, blähende Verdauungsstörungen und dann lies er klappernd die Golddukaten in einen Eimer plumpsen. Worüber sich die Kinder bogen vor Lachen. Das Tollste der Vorführungen war jedoch der „Knüppel aus dem Sack“, aus dem, sobald der dritte Sohn Max den Sack einem „Unhold“ hinwarf, ein brauner Judokämpfer heraus kam und seine Feinde so traktierte, dass es die Kinder nicht mehr auf ihren Plätzen hielt. Das war ein Gejohle und ein Klatschen und eine laute Zustimmung „an die Gerechtigkeit“, dass es eine wahre Freude war.

Die 49 Schauspieler und eine wunderbare Kulisse boten ein eindrucks-volles Bühnenbild. Goldtaler flogen zum Schluss der Vorstellung in die Zuschauermenge und entfachten ein flottes Durcheinander. Wer keinen Golddukaten abbekam, erhielt einen von Busfahrer Andres beim Aussteigen zu Hause in Neulußheim. Die hübsche, verlogene Ziege hatte eigens Golddukaten - man höre und staune – für die Kinder mitgegeben.

Dass der Neulußheimer Heimatverein noch vor Ferienbeginn wieder ein Highlight parat hatte, zeigte die Reaktion der Kinder: „Wir wollen nächstes Jahr unbedingt wieder mit ins Theater“ tönte es vielstimmig aus dem Bus.

Gisela Jahn

Jahreshauptversammlung

Erstellt: Freitag, 28. Februar 2014
Geschrieben von Gisela Jahn

Nach der Begrüßung und Totenehrung erinnerte die Vorsitzende des Neulußheimer Heimatvereins Brigitte Koch-Brömmer an das 25jährige Vereinsjubiläum im vergangenen Jahr, bei dem 68 Gründungsmitglieder und 26 Mitglieder für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein geehrt werden konnten. Die rundweg positive Resonanz für die Veranstaltungen des Heimatvereins im Jubiläumsjahr bestätigt die gute Vereinsarbeit. Die Vorsitzende musste ein brisantes Thema anschneiden: Der Vorstand wird sich Gedanken über die künftige Öffnung des Signalkellers im Alten Bahnhof und der Bewirtung mit Kaffee und Kuchen machen müssen, da - erfreulicherweise nur da - die Besucherzahlen stark rückläufig sind.

Alle anderen Aktivitäten dieses lebendigen Vereins sind sehr positiv, wie Schriftführerin Jutta Ballreich verlesen konnte. Besonders zu erwähnen war, neben den Jubiläumsfeierlichkeiten am 14. April, die Mozart-Führung im Schwetzinger Schloss und das traditionelle Spargelmenü beim „Treff unterm Nussbaum“. Brigitte Koch-Brömmer konnte dem Kirchengemeinderats-vorsitzenden Josef Schellenberger die erwirtschafteten 1.100,-- Euro für die Kirchendachrenovierung übergeben. Der Kinderferienspaß im Juli mit der Fahrt ins Freilicht-theater Mannheim-Gartenstadt, der Vereinsausflug nach Cleversulzbach, dem Wirkungsort des Dichters Eduard Mörike, und der Besuch im Reiß-Engelhorn-Museum Mannheim bei den „Wittelsbachern“ gehörten ebenfalls zum regen Vereinsjahr, wie auch die Preisverleihung des Luftballon-wettbewerbes im Dezember, der das Jahr beschloss.

Dr. Ralf Wagner berichtete für den Arbeitskreis Kultur über Pläne für 2014: Am 23. Mai findet wieder das Spargelmenü „Unterm Nussbaum“ statt, und im September begibt sich der Verein auf die Spuren Maria Theresias nach Wien. Im Spätsommer steht ein Besuch im Historischen Museum in Speyer an. Geplant sind Besuche im Schnuteputzer- und dem Autovision-Museum in Altlußheim.

Museumsleiter Hanspeter Rausch kündigte den Abbau der momentanen Ausstellung an. Ein Handicap für neue Ausstellungen sind die vielen Treppenstufen bis zum Ausstellungs-raum unterm Dach des Alten Bahnhofs. Rausch sprach die neu erstellte Homepage des Heimatvereins „die wir in den nächsten Wochen füllen werden“ an. Für das geplante „Neilossemer Werterbuch“ hat er inzwischen 498 Wörter notiert, ist für neue Ausdrücke offen und bittet um Meldung „vun neie Werter“.

Für den bisherigen Kassier Daniel Beck berichtete Sigrid Beck über den Kassenstand, den die Kassenprüfer Heinz Kuppinger und Eberhard Hoffmann für gut befanden. „Sehr gute und saubere Buchführung“ betonte Kuppinger und bat die anwesenden 40 Mitglieder um Entlastung des Kassiers und damit des gesamten Vorstandes. Die Entlastungen waren einstimmig. Die neue Beitragsordnung des Vereins, bedingt durch das neue SEPA-Verfahren, kam zur Verteilung und wurde ohne Gegenstimmen angenommen.

„Sie sind ein lebendiger und aktiver Verein, der nach vorne schaut und in Neulußheim nicht wegzudenken ist. Sie leisten hervorragende Arbeit“ dankte Kassenprüfer Heinz Kuppinger dem Gesamtvorstand. Neuwahlen standen nun auf dem Programm, die zügig über die Bühne gingen: Daniel Beck kann aus beruf-lichen Gründen die Position des Kassiers zur Zeit nicht erfüllen. Dafür übernimmt Sigrid Beck diesen verantwortungsvollen Posten. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden sechs Personen mit einer Urkunde geehrt.

Unter dem letzten Tagungspunkt erläuterte Inge Scheck-Dorn den diesjährigen Vereinsausflug. Es geht am 20. September 2014 nach Tauberbischofsheim. Mit einem anschließenden gemeinsamen Essen für die ehrenamtlichen Helfer wurde der Abend beschlossen.

Bereits 25 Jahre ist Wilma Hassforder im Heimatverein

 
Geehrt für 25jährige Mitgliedschaft wurden:

Günter Auer, Astrid Gärtner, Wilma Hassforder, Silvia Huber, Waldtraut Zeiler, Manfred Zeiler

Der Vorstand ab 2014:

Vorsitzende: Brigitte Koch-Brömmer
2.Vorsitzender: Martin Braun
Haupt-Kassiererin: Sigrid Beck
Schriftführerin: Jutta Balleich

Beisitzer: Helmut Beck, Manfred Bühler, Greta Echtmann, Dr. Karl-Heinz Haar, Gisela Jahn, Margit Krauß, Hanspeter Rausch, Christina Schmitz, Dr. Ralf Wagner

Neu dazu gekommen: Johanna Schwindt

Kassenprüfer: Eberhard Hoffmann Heinz Kuppinger

Der Wiener Hof um Maria Theresia

Erstellt: Freitag, 28. Februar 2014
Geschrieben von Gisela Jahn

Lebendige Auffrischung des Geschichtsunterrichts vermittelte der Kunsthistoriker Dr. Ralf Richard Wagner bei seinem Vortrag über Maria Theresia. Der Heimatverein hatte eingeladen, hinter die Kulissen des Wiener Hofs des 18. Jahrhunderts zu schauen. Brigitte Koch-Brömmer begrüßte die Gäste.

Kaiser Karl VI. und seine Gemahlin Elisabeth Christine, verloren ihren Sohn und männlichen Thronfolger Leopold, genau wie Tochter Maria Amalie, bereits im frühen Kindesalter durch den Tod. So übernahm die erstgeborene Tochter Maria Theresia nach dem überraschenden Tod ihres Vaters Karl VI. im Jahr 1740 verhältnismäßig unvorbereitet und 23jährig die Regierungsgeschäfte.

Maria Theresia, geboren am 13.5.1717 in der Wiener Hofburg, wurde Königin von Ungarn und Böhmen, Herzogin von Schlesien, der Steiermark, Nieder- und Oberösterreich, Kärnten und Krain. Ihre Kindheit und Jugendzeit durfte sie unbeschwert erleben. Die lebensfrohe und temperamentvolle Erzherzogin nahm unermüdlich an Festen und Maskenbällen teil.
Ihre spätere Aja, die Erzieherin Gräfin Fuchs, förderte die sich anbahnende Zuneigung ihres Schützlings zu Franz Stephan von Lothringen, den sie am 12. Februar  1736 heiratete. Sie liebte ihren Mann Franz Stephan und ihre sechzehn Kinder sehr, beanspruchte zu Hause und im Staat jedoch das letzte Wort.
Sie verließ sich auf ihren gesunden Menschenverstand, mit dem sie ihren Staat führte und sich gegen ihre Feinde behauptete.

Politisch hatte es die Herrscherin nicht leicht: Die anverwandten Kurfürsten von Bayern und Sachsen stellten unmittelbar nach Maria Theresias Amtsantritt Ansprüche auf das österreichische Erbe. Im Norden drohte Friedrich II., König von Preußen, und forderte das Herzogtum Schlesien ein. Der Vorstoß Bayerns - unterstützt von französischen Truppen - Sachsens und Spaniens löste den Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-48) aus. Die junge und hübsche Maria Theresia gewann jedoch die Unterstützung der Ungarn und vertrieb durch ein ungarisches Truppenkontingent die Bayern aus Oberösterreich.
Dr. Ralf Wagner schilderte das private wie politische Leben der Monarchin, die konfliktreiche Zeit mit ihrem Sohn Joseph und zeigte den Interessierten anhand einer reichhaltigen Diaauswahl anschau-lich das Leben am Wiener Hof.

Maria Theresias starb nach 40jähriger Regierungszeit am 29. November 1780 und ruht neben ihrem geliebten Ehemann Franz I. Stephan in einem Doppel-Sarkophag in der Wiener Kapuzinergruft. Ihr politischer Widersacher, Preußen-könig Friedrich der Große, schrieb ein Jahr nach dem Tod Maria Theresias: „Sie hat ihrem Thron und ihrem Geschlecht Ehre gemacht. Ich habe mit ihr Krieg geführt, aber ich war nie ihr Feind“.

Für den gut fundierten Vortrag erhielt Dr. Ralf Wagner viel Beifall und aus der Hand der Vorsitzenden ein hübsches Blumengebinde.

Gisela Jahn

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Einverstanden Weitere Informationen